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Warum Chorsingen in großen Gruppen?
Jedes Jahr strömen Hunderte von Menschen aus aller Welt in die Philharmonie, (Berlin, Köln, Essen und anderswo), um mit dem Rundfunkchor Berlin, dem WDR Rundfunkchor u.a. und Simon Halsey ein anspruchsvolles chorsinfonisches Meisterwerk in zwei Proben einzustudieren und es anschließend vor einem begeisterten Publikum aufzuführen. Die großen Mitsingkonzerte in der Philharmonie sind rauschende Feste des Ensemblegesangs, bei denen man sich von den Klangwogen eines Riesenchores forttragen lassen kann. Der Erfolg der Mitsingkonzerte hat den Rundfunkchor Berlin ermutigt, dieses Konzertformat auch für andere Zielgruppen und Kontexte zu adaptieren.
Vieles ergibt sich singgewohnten Menschen aus eigenem Erleben, so die positiven Auswirkungen auf Atmung, Kreislauf, Körperhaltung, Aussprache und nicht zuletzt auf die emotionale Befindlichkeit und soziale Kontakte. Ob bewusstes, klangvolles Atmen beim Yoga, Summen, Lautieren, mantraartiges Wiederholen bestimmter Silben wie in vom Buddhismus herstammenden Meditationsübungen oder Obertongesänge schamanistischer Kulturen; schließlich die erfüllende Konzentration beim Erlernen und Singen des sogenannten Gregorianischen Chorals: Schon die Einstimmigkeit und die »primitive« Mehrstimmigkeit vermag dem Einzelnen sowie kleinen und größeren Musikgruppen die oben genannten körperlichen und seelischen Wohltaten erlebbar zu machen. Bau und Funktion des menschlichen Stimmapparats und seine Leistungsfähigkeiten lassen sogar vermuten, dass am Anfang der mündlichen Kommunikation des Homo sapiens das Singen im weitesten Sinne stand.
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